Landshuter Venture Plus geht neue Wege

Alter Wein in neuen Schläuchen: Die V + Mittelstandsfonds Police und andere getarnte Unternehmensbeteiligungen – Neues Produkt LEBEN und VERSICHERUNG, private Vorsorge unter dem Versicherungsmantel? Neuer Trend mit wieviel Sicherheit für den Verbraucher?

Rechtsanwalt Christian-H. Röhlke, Venture Plus geht mit „V+ Mittelstandsfonds Police“ neue Wege

Rechtsanwalt Christian-H. Röhlke, Venture Plus geht mit „V+ Mittelstandsfonds Police“ neue Wege

Das Emissionshaus „Venture Plus“ aus Landshut geht jetzt neue Wege: „V + Mittelstandsfonds Police“ private Vorsorge für Verbraucher. Die Platzierungszahlen geschlossener Fonds sind von Anfang 2012 bis Anfang 2013 um 50 Prozent gefallen, im Bereich Private Equity Fonds sogar um 100 Prozent – dies sind die offiziellen Zahlen des Verbandes geschlossener Fonds auf der Homepage www.vgf-online.de Zugleich erschwert der Gesetzgeber durch immer neue Gesetze den Vertrieb dieses ehemaligen Erfolgsmodells.

Deshalb geht das Emissionshaus Venture Plus neue Wege

Um für die Anleger auch in der privaten Vorsorge die nach eigenen Angaben richtige Anlageentscheidung zu ermöglichen, wurde die, ebenfalls nach eigenen Angaben, einmalige „V + Mittelstandsfonds Police“ entwickelt. Diese soll die Vorteile und Sicherheit der altbekannten Lebensversicherung mit den „Renditechancen der bewährten V + Fondsgesellschaften und von Direktbeteiligungen an mittelständigen Unternehmen“ kombinieren. Die V + Mittelstands Police, so heißt es auf der Internetseite des Emissionshauses, vereint den Schutz einer traditionellen Versicherung mit der Rentabilität und Geldwertstabilität des Anlagesegments Venture Capital/Private Equity.

Doch was verbirgt sich hinter diesen Anpreisungen?

„Rein wirtschaftlich betrachtet handelt es sich um nichts anderes als um eine Beteiligung an einer der bisher bestehenden V + Fond – KG´s oder einer Direktbeteiligung an einem mittelständischen Unternehmen über ein Investitionsvehikel. Dieses Vehikel ist diesmal aber nicht eine Publikums-KG wie man es bisher kennt, sondern es wurde ein Lebensversicherungsmantel darum gehängt. Die Versicherungsgesellschaft, über die das alles laufen soll, ist die Quantum Leben AG aus Liechtenstein.“

Modetrend: Versicherungsmäntel für Finanzprodukte und Sachwerte

Angesichts des Umsatzeinbruches bei geschlossenen Fonds sind derartige Versicherungsmäntel in Mode gekommen. So wirbt zum Beispiel die Primea Invest AG aus  Hamburg auf ihrer Homepage www.primea.ag ausdrücklich damit, sich als Produktmanufaktur und Vertriebskoordinator von anteilsgebundenen und versicherungsummantelten Finanzprodukten auf Basis von Sachwerten zu verstehen. Die Idee scheint auf den ersten Blick verlockend. Anlagevermittler müssen nicht die strengen Voraussetzungen erfüllen, die ein Vermittler eines geschlossenen Fonds erfüllen muss. Die Vorschriften über Emissionsprospekte greifen möglicherweise nicht, sondern nur die laxeren Vorschriften des Versicherungsvertragsgesetzes. Und das Wichtigste: Lebensversicherungen genießen in Deutschland immer noch einen hervorragenden Ruf. Viele Anleger setzen allein schon die Worte „Lebensversicherung“ mit einer erhöhten Sicherheit des eingesetzten Geldes gleich.

Tarnmantel Lebensversicherung: Vorsicht, nicht alle Lebensversicherungen sind wie ein Fels in der Brandung!

„Anlegern kann nur geraten werden, die Worte „Leben“ und „Versicherung“ nicht etwa mit einer Garantieauszahlung am Ende und einer sicheren Kapitalanlage zu verwechseln. Die Versicherungsmäntel sind aufgebaut wie fondgebundene Lebensversicherungen, bei der der Anleger die Chancen und Risiken der Kursschwankungen der Investitionsziele trägt. In einigen Fällen sind vor Gericht Vermögensverluste bis zu 98 Prozent bereits verhandelt wurden – was letztlich ein Totalschaden ist“, meint der Berliner Rechtsanwalt Christian-H. Röhlke, spezialisiert auf Kapitalanlagenrecht.

Was bedeutet „Nettopolice“ für den Verbraucher?

Eine weitere Besonderheit dieser Lebensversicherungsmäntel besteht zumeist darin, dass sie als sogenannte Nettopolice ausgestaltet sind. Bei diesen Versicherungsverträgen werden die Kosten der Versicherung nicht mit den laufenden Prämien gezahlt, sondern separat im Wege einer eigenständigen Zahlungsverpflichtung geregelt. Die von den Versicherungsnehmern dann eingezahlten Prämien sollen vollständig dem Vermögenszuwachs dienen, während die Provisionen außerhalb des eigentlichen Versicherungsvertrags gezahlt werden. Wenn allerdings der Lebensversicherungsvertrag dann gekündigt wird, entfällt nicht so ohne weiteres die Verpflichtung, die Provisionen zu zahlen. Hier hat der Bundesgerichtshof (BGH) in den letzten Jahren eine Vielzahl von anlegerfreundlichen Urteilen gesprochen.

Fazit: Modetrends werden immer kritisch betrachtet und beurteilt, gleiches gilt auch für Vorsorgetrends im Besonderen im Bereich Lebensversicherung

Schutz und Sicherheit für eine langfristige finanzielle Vorsorge sind die Voraussetzungen für Verbraucher und verlangen verantwortungsvolles Handeln von Unternehmen, damit Investitionen im Bereich Lebensversicherungen getätigt werden können. Für Rückfragen und weitere Informationen zu Venture Plus stehen die Rechtsanwälte Röhlke unter 030-715 206 71 oder office@kanzlei-roehlke.de gerne zur Verfügung.

V.i.S.d.P.:

Christian-H. Röhlke

Rechtsanwalt