V+ Venture Plus Fonds: Röhlke Rechtsanwälte mit dem Bericht von den Gesellschafterversammlungen

Gesellschafterversammlung V+ Fonds: München 03.06.2016 – V+ Wahrheiten und Fragen – Ethik Kodex, Hoffnungsvoller Neustart oder Zeit für einen Schlussstrich?

So hatte sie sich das nicht vorgestellt: Gutes tun wollte sie mit ihrem Geld, ethisch korrekt investieren und Firmen unterstützen, die zum Wohle der Menschheit arbeiten. Geld sollte einen Sinn haben. Die Firma, der sie ihr Geld anvertraute, hatte sogar einen Ethik-Kodex. Und jetzt das: ihre Gelder wurden zu einem Großteil vernichtet, ihr Anteil an der Gesellschaft ist nur noch einen Bruchteil wert. Um das Geld der Anleger zu retten, will die neue Verwaltung sogar in Dienstleistungen für Öl- und Gasförderungen investieren. Ein Schock für die Anlegerin der V+ Beteiligungsfonds GmbH & Co Fonds 2 KG (V+2).

V+ Gesellschafterversammlung: Vermögensverwaltungsgesellschaft XOLARIS KVAG setzt Zeichen auf Transparenz

Mit diesen und anderen unangenehmen Wahrheiten sahen sich viele Investoren der V+ Fonds 1-3 am 03.06.2016 konfrontiert. An diesem Freitag fanden im Ramada Hotel am Münchener Messegelände die Gesellschafterversammlungen der drei Fonds für das Jahr 2014 statt, erstmals unter der Leitung der neuen Vermögensverwaltungsgesellschaft XOLARIS KVAG unter dem Vorstand Stefan Klaile und erstmals als transparente Präsenzveranstaltung, also nicht wie sonst üblich als Abstimmung im schriftlichen Verfahren. RÖHLKE Rechtsanwälte haben die Versammlungen besucht und berichten. Erstmals gab es die Möglichkeit, der Geschäftsführung direkte, auch unangenehme Fragen zu stellen.

Viele Fragen und besorgte Anleger: V+ Jahresabschlüsse – Neubewertung durch die XOLARIS – Marktwert

Das große Thema der Versammlungen war durch die Einladungen und die bereits vorab auf bundesanzeiger.de veröffentlichten Jahresabschlüsse vorgezeichnet: durch die von der XOLARIS vorgenommen Neubewertung der Investitionen der V+-Fonds und der erstmaligen Mitteilung ihres aktuellen Marktwertes stellten sich die Bilanzen als Desaster dar, so Klaile.

Röhlke Rechtsanwälte beobachteten, dass vielen Anlegern dadurch erstmals klar wurden, welch riskantes Engagement die Beteiligung an einem solchen Private Equity – Fonds ist. Bemängelt wurde aber auch im Rahmen der Aussprache das Verhalten der Vermittler, die in den letzten Jahren vielfach alle Aktivitäten der V+-Fonds schöngeredet hätten und die Anleger auf angeblich unmittelbar bevorstehende, sehr lukrative Firmenverkäufe, sogenannte Exits, verwiesen hätten.

Zwei solcher Exits stelle Vorstand Herr Stefan Klaile dann auch vor:

  • bei einem Verkauf der Anteile an einer Firma, der noch von der Vorgängerverwaltung Metapriori GmbH vorgenommen wurde, habe die V+2 zwar bei einem Einstandspreis von 750.000,00 € einen Erlös von 1,1 Mio € vereinnahmt, jedoch noch Rabatte gewährt, Kosten zu tragen und Gewinnbeteiligungen zu zahlen gehabt, so dass am Ende ein Gewinn von nur 182.000,00 € verblieb.
  • Der aufgrund eines nicht überzeugenden Geschäftsmodells und schlechter Zahlen des Zielunternehmens erforderliche Verkauf eines anderen Unternehmens brachte dagegen einen Verlust von 670.000,00 €. Es wurden damit unter dem Strich erhebliche Verluste für die Anleger realisiert, die auch kein Vermittler mehr schönreden konnte.
Gesellschafterversammlung V+ Fonds: München 03.06.2016 – von Rechtsanwalt Christian-H. Röhlke, Berlin

Gesellschafterversammlung V+ Fonds: München 03.06.2016 – von Rechtsanwalt Christian-H. Röhlke, Berlin

Die Durchhalteparolen der Vermittler aus der Vergangenheit haben, wie die neue Geschäftsführung durch die erfreulich offene Darstellung der Misswirtschaft der vergangenen Jahre offenlegt, mit der Realität nichts zu tun gehabt. Ein Beteiligungsjackpot wie Google oder Facebook ist nach Angabe der Verwalterin ebenfalls nicht in Sicht, so dass das Verhalten der Berater und Vermittler wohl nur vor dem Hintergrund der Vertriebsverträge gesehen werden kann. Uns vorliegende Vereinbarungen sehen eine umfassende Zahlungs- und Freistellungspflicht der Vermittler gegenüber dem Hauptvertrieb vor, was sicherlich einen Anreiz setzt, den Anleger so lang wie möglich ruhig zu stellen. Das kann für Anleger gefährlich werden: Schadensersatzansprüche früher Anleger der V+1 drohen in Kürze zu verjähren“, meint Rechtsanwalt Christian-H. Röhlke, der viele Anleger der V+-Fonds vertritt und die Darstellung der Geschäftsberichte schon seit Jahren kritisiert hat.

Röhlke Rechtsanwälte zur Schuld und zur Verantwortung – Warum berechtigte Kritik von Seiten der Anleger?

Der Jurist sieht seine Kritik bestätigt, auch wenn die XOLARIS für die Sünden der Vergangenheit keine Verantwortung trägt und sogar offen ein weiteres schwieriges Thema auf den Versammlungen ansprach. Es geht dabei um eine von den V+Gesellschaften erworbene Anleihe bei der M1 Factoring GmbH, einer Schuldverschreibung mit einem Zinssatz von 3 % pro Jahr. Angesichts des immensen Kostenblocks der V+-Gesellschaften von beispielsweise über 23 % des Nettoinventarwertes bei der V+ 2 für 2014 ein absolut untaugliches Investment zur Gewinnerzielung. Diese Schuldverschreibung war mit einem mittleren einstelligen Millionenbetrag zu Gunsten aller drei Fonds am 01.01.2016 fällig, wurde aber nicht bedient. Die XOLARIS bewertet diese Anleihe derzeit zu 67 % des Ausgabewertes, hat aber noch keine Maßnahmen zu deren Eintreibung getroffen. Während der Versammlung wurde aus dem Publikum gemutmaßt, dies könne mit der Verflechtung der Person Thomas Fischer bei der M1 Factoring GmbH einerseits und der Anlegerverwaltung der V+-Gruppe, der FIT Fondsinitiator und Treuhand GmbH, zu tun haben. Dies wurde von der Verwaltung dementiert.

V+ Beteiligungen: Kündigung – Laufzeiten – Fristen – Was erwartet die Anleger?

Die XOLARIS verdeutlichte aber auch die Strategie für eine künftige Neuausrichtung der V+-Fonds. Aus vielen Beteiligungen, insbesondere den erworbenen Zweitmarktbeteiligungen, können die V+-Fonds nicht sofort aussteigen. Kündigungsfristen oder Laufzeiten seien rechtliche Umstände, an die sich auch die Fonds halten müssten, so Klaile. Für Neuinvestitionen gelte, schon aufgrund des hohen jährlichen Aufwands für die Wertermittlung jedes Assets, dass erst ab 500.000,00 € Beteiligungsvolumen investiert werden könne, um diesen Aufwand zu rechtfertigen. Auch gebe es schlicht nicht so viele ethisch einwandfreie und wirtschaftliche erfolgversprechende Zielinvestments, als dass die Limitierung auf solche Ziele vertretbar wäre. Man habe aber bereits einige neue Investments im Auge, darunter eines aus dem medizinischen Bereich mit einem bereits erprobten Produkt und eines aus dem Umfeld der Öl- und Gaserzeugung.

Fazit: Bei den Abstimmungen folgten die Gesellschafter dann mehrheitlich den Abstimmungsvorschlägen der Verwaltungsgesellschaft. Der Abschluss 2014 wurde festgestellt und den bisher verantwortlichen Unternehmen keine Entlastung erteilt.

„Eine desaströse Bilanz 2014, unprofitable Exits, eine Anleihe in Millionenhöhe, die nicht zurückgezahlt wird, eine komplette Neuausrichtung ohne Ethikvorbehalt, eine absurd hohe Kostenquote – kein Wunder, dass aus dem Gesellschafterkreis die Frage aufkam, wie es denn überhaupt weitergehen kann und soll. Hier zeigte sich die neue Verwaltung ergebnisoffen“, berichtet Rechtsanwalt Christian-H. Röhlke.

Klar ist, so die XOLARIS, das aus den gegenwärtigen Investments nicht genug Kapital an die Gesellschaft zurück fließt, um neue Investitionen zu tätigen oder den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Diese Kosten werden voll durch die Ratenzahlungen der Anleger gedeckt. Ob unter diesen Voraussetzungen die Fonds das Ende der prospektierten Laufzeit erreichen werden, welches weit nach 2030 liegt, oder ob dieses überhaupt sinnvoll sei, könne er nicht beantworten, so Klaile. Damit ist ein weiteres Problem angesprochen: In welchem Masse könnten denn überhaupt die künftigen Leistungen der Ratenzahler sichergestellt werden? Der von der XOLARIS beauftragte und auf dem Podium anwesende Rechtsanwalt hatte hierzu eine klare Meinung: die Ratenzahlungen, künftige und rückständige aus der Vergangenheit, müssten in jedem Falle, dies sei zwingend, eingetrieben werden. Alternativ gebe es natürlich die Möglichkeit, die Gesellschaft durch einen Liquidationsbeschluss aufzulösen. Hierüber müssten aber die Gesellschafter entscheiden. Näheres zu diesem Thema werde man auf der Gesellschafterversammlung zu dem Jahresabschluss 2015, die im Herbst 2016 stattfinden soll, besprechen.

„Auf den Versammlungen waren pro Fonds nur ca. 100-250 Anleger persönlich anwesend, also nur 5 % der Anleger der Fonds. Es war nach unserem Empfinden eine deutliche Skepsis gegenüber den Zukunftsplänen der Fonds zu spüren. Diesen Eindruck können wir aus Hunderten von Gesprächen mit unseren Mandanten bestätigen. Die meisten Mandanten wollen das Engagement bei den V+-Fonds schnellstmöglich beenden. Hier können Röhlke Rechtsanwälte helfen. Außerdem: Erfahrungen aus anderen Fonds zeigen, dass betroffene Anleger im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung besser dastehen, wenn sie frühzeitig Maßnahmen zur Schadensbegrenzung ergriffen haben“, sagt Rechtsanwalt Röhlke.

Der Jurist rät Anlegern sich über ihre Möglichkeiten zu informieren und bei Bedarf einen erfahrenen Anwalt aufzusuchen.