Widerruf und außerordentliche Kündigung / die kleine Lösung

Neben der Möglichkeit eines Schadensersatzanspruches gibt es weitere Möglichkeiten, sich von einem bereits geschlossenen V+ – Vertrag wieder zu lösen. Welche Möglichkeiten haben Sie als betroffener Anleger?

Sollte aus bestimmten Gründen ein Schadensersatzanspruch bzw. dessen gerichtliche Durchsetzung nicht in Betracht kommen, sollte die kleine Lösung in Betracht gezogen werden. Diese beinhaltet die vollständige Lösung von den bestehenden Verträgen und führt somit ebenso wie der Schadensanspruch dazu, dass noch nicht fällige Einzahlungen nicht mehr erbracht werden müssen. Der Vertrag wird für die Zukunft beendet.

Im Unterschied zum Schadensersatzanspruch kann auf diese Weise jedoch nicht erreicht werden, dass sämtliche eingezahlten Gelder zu erstatten sind. Vielmehr erhält der Anleger hier das zum Stichtag der Beendigung noch vorhandene Guthaben, muss also bis zu diesem Tag eingetretene Verluste hinnehmen.

Wie erreichen Sie die kleine Lösung?

Die kleine Lösung lässt sich auf zwei unterschiedliche Wege erreichen:

Erforderlich ist das Vorliegen eines Widerrufrechtes oder eines außerordentlichen Kündigungsrechtes. Ein Widerruf ist immer dann auch heute noch möglich, wenn die Verträge seinerzeit in einer sog. Haustürsituation abgeschlossen wurden und die Belehrung über das Widerrufsrecht fehlerhaft war. In diesem Fall fängt die eigentlich zweiwöchige Widerrufsfrist niemals an zu laufen, so dass der Widerruf auch Jahre später noch ausgeübt und gerichtlich durchgesetzt werden kann. Die Widerrufsbelehrung einiger V+ – Gesellschaften in von den Gerichten bereits für fehlerhaft erachtet worden.

Alternativ hierzu lässt sich ein Vertrag auch vor Ablauf der vereinbarten Mindestlaufzeit kündigen, wenn ein außerordentlicher Kündigungsgrund vorliegt. Hier sind verschiedene Gründe denkbar. Vom Bundesgerichtshof anerkannt ist die arglistige Täuschung des Anlegers über die wesentlichen Inhalte der Kapitalanlage vor Vertragsschluss.        

Aber auch nach Vertragsschluss können Gründe entstehen, die dem Anleger das Recht zur außerordentlichen Kündigung geben. Solch ein Grund kann zum Beispiel darin bestehen, dass dem Anleger wesentliche aus dem Vertrag resultierende Rechte vorenthalten werden.

Durch unsere Erfahrungen mit der V+ – Gruppe können wir Ihnen weiterhelfen und mit Ihnen zusammen die geeignete Strategie zur Lösungsfindung erarbeiten, um gezielt den Schaden einzugrenzen und das weitere Risiko für Sie abzuwenden. Sie als geschädigter Anleger sollten sich umgehend über Ihre rechtlichen Möglichkeiten informieren – wir helfen Ihnen.